Gemüse – Aussaatkalender April

Rübstiel

Wenn das Wetter im April mitspielt, kann schon das eine oder andere Beet im Garten bestellt werden. Wichtig ist, dass man das Wetter und die Natur beobachtet.  Eine alte Weisheit zum Setzen der Kartoffeln lautet: „Setz mich im April, komm ich wie ich will. Setz mich im Mai, komm ich gleich!“ Dies gilt für alle frühen Gemüsesorten. Ab Mitte April können schon folgende Samen in die Erde. Wie schnell diese dann aufgehen und wachsen, hängt von der Witterung ab.

Freiland

Erbsen
Karotten / Möhren
Kartoffeln
Knoblauch
Kohlsorten
Lauch
Mangold
Petersilie und Wurzelpetersilie
Radieschen
Rauke
Rote Beete
Rüben
Salat (Kopf- und Pflücksalat)
Spinat
Topinambur
Zuckerschoten
Zwiebeln

In Töpfen im Frühbeet oder Gewächshaus

Bohnen
Chinakohl
Gurken
Kohlsorten
Kürbis
Lauch
Melonen
Zucchini

In Töpfen im Haus

Paprika
Sellerie
Tomaten
Gurken

Die Süßkartoffel

Die Süßkartoffel ist eine Knolle, ähnlich unserer Kartoffel. Jedoch sind beide Knollen nicht miteinander verwandt. Die Süßkartoffel kommt aus Mittelamerika und gehört botanisch zu den Prunk- und Prachtwinden. Sie wird hauptsächlich in tropischen Regionen angebaut. Aufgrund der großen Nachfrage kommen die Süßkartoffeln in unseren Supermärkten aus Italien oder Spanien.

Die Süßkartoffel ist hell, gelb, rosa bis violett und kann sowohl roh wie gegart gegessen werden. Es gibt unzählige Zubereitungsformen. Ich bereite aus ihr überwiegend Rohkostsalate, Eintöpfe, Ofengemüse oder Chips zu. Die Süßkartoffel gehört zu den Hauptnahrungsmitteln der Menschheit und ist nicht nur nahrhaft sondern auch sehr gesund. Einziger Nachteil liegt in der schlechteren Lagerfähigkeit. Sie verträgt keine Kälte und sollte auch nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Pflanze selbst ist sehr dekorativ. Sie bildet lange Triebe, die als Sichtschutz genutzt werden können. Kletternd oder hängend ist die Süßkartoffelpflanze auf jeden Fall ein Hingucker.

  1. Versuch
Süßkartoffel Steckling ca. 3 Wochen

Für meinen Testanbau ziehe ich bereits seit 3 Wochen Süßkartoffelstecklinge vor. Dafür verwende ich Süßkartoffel-Stücke aus biologischem Anbau. Süßkartoffeln aus dem Supermarkt waren in meinem Versuch nicht keimfähig. Mithilfe von Zahnstochern, die sternenförmig in die Süßkartoffel gesteckt werden, kann das Ende der Knolle in ein Wassergefäß gestellt werden. Diese stehen jetzt an einem warmen Fensterplatz. Innerhalb einer Woche entwickeln sich kleine Wurzeln. Nach insgesamt 3 Wochen sind die ersten Triebe zu sehen.

Mai 2017

Bis zu den Eisheiligen mussten meine Stecklinge in ihren Gefäßen ausharren. Frisches Wasser und viel Licht ließen sich die Bataten gefallen. Mitte Mai war es jetzt soweit, die ersten Stecklinge konnten ins vorbereitete Beet umziehen. Ich konnte ein kleines Hügelbeet am Ende des Ackers vorbereiten. So dass die Ranken ungestört nach allen Richtungen wachsen dürfen.

Nach meinen Recherchen sollten die neuen Triebe von der Mutterknolle getrennt und einzeln eingepflanzt werden. Ich möchte jedoch kräftige Pflanzen ziehen, die größere Süßkartoffeln, in der doch kurzen Zeit Vegetationszeit, hervorbringen. Daher entschloss ich mich, die Triebe an der Mutterknolle zu lassen und komplett einzupflanzen.

Pflanzung nach den Eisheiligen Mitte Mai

Die Pflanzstelle wurde gut gelockert. Die zahlreichen Wurzeln grub ich 10-15 cm tief ein, so dass die Knolle noch leicht aus der Erde schaut. Zudem erhielt jede Pflanze einen Giesrand, damit die Pflanzen feucht gehalten werden können.

Wie geht es weiter:

Drei weitere Stecklinge sind noch zu klein, diese werden weiter am Fenster gezogen. Wenn sich das Grün zeigt, werden diese an eine andere Stelle verpflanzt. Vielleicht in einem Kübel, damit die Reifezeit verlängert werden kann, wenn es im Spätsommer kühl werden sollte. Zudem geben die langen Ranken einen schönen Sichtschutz ab.

Süßkartoffeln lieben es warm und sonnig jedoch keine Staunässe. Erntereif sind die neuen Knollen, wenn das Laub im September abstirbt. Nach der Ernte sollten Süßkartoffeln noch ein paar Tage abtrocknen, damit sie richtig gut schmecken.

Löwenzahn-Pesto

Löwenzahn

Überall sprießt jetzt der Löwenzahn auf den Wiesen. Bei einem Spaziergang oder im Garten kann er großzügig gepflückt werden. Ich verwende schön aussehende junge Blätter, die ca. 8-10 cm groß sind. Sie kommen in meinen Salat, in den Kräuterquark oder den Smoothie. Da es jetzt so viel Löwenzahn gibt, kann auch ein kräftiges Pesto hergestellt werden:

Rezept für ein kleineres Glas:
2 Hände voll junger Löwenzahnblätter
1 Hand voll weitere Kräuter wie Sauerampfer, Giersch oder junge Radieschen-Blätter
2 Hände Cashew-Kerne (alternativ Sonnenblumen- oder Pinienkerne)
2-3 Zehen Knoblauch
Olivenöl
Salz

Löwenzahnblättchen und weitere Kräuter sammeln, waschen und gut abtropfen bzw. trocken schleudern. Die Cashew-Kerne in einer Pfanne ohne Öl anrösten und abkühlen lassen. Die Kräuter grob kleinschneiden und in ein hohes Gefäß oder den Mixer füllen. Anschließend die kleingeschnittenen Knoblauchzehen, Cashew-Kerne, etwas Salz und Olivenöl (100 – 150 ml) dazugeben. Mit einem Pürierstab oder im Mixer wird alles zu einer groben bis feinen Masse gemixt.
Das Löwenzahn-Pesto wird zum Aufbewahren in ein Schraubglas gefüllt. Im Kühlschrank ist das Pesto einige Tage haltbar. Eine Schicht Olivenöl über dem Pesto, macht es länger haltbar.

Verwendung
Das Löwenzahn-Pesto passt prima auf Brot oder zum Salat. Es eignet sich für Pasta-Gerichte, Gnocchi und als Dip auf Grillpartys.

Löwenzahn ist ein Wildkraut, welches gegen vielerlei Zipperlein und zur allgemeinen Stärkung verwendet wird. Vor allem die Verdauungsorgane profitieren vom Löwenzahn. Die vielen Vitamine und gesunden Inhaltsstoffe verleihen ihm oft den Beinamen „Wunderkraut“. Der Löwenzahn wird auch kultiviert und ist in Biomärkten erhältlich. Im Garten kann er „wild“ angebaut werden. Es gibt Kräutertöpfe und Samen des kultivierten Löwenzahns im Handel.

Zuckerschote, Zuckererbse oder Kaiserschote

Kinder lieben die kleinen Schoten, noch mehr die kleinen süßen Erbsen darin. Ich brauche keine Vogelscheuche sondern eine Kinderscheuche in meinem Garten, wenn die Schoten reif werden. HUuAaH
Sollen die Kinder nur naschen: In den Zuckerschoten ist viel Gutes. Neben Kohlehydraten, Ballast- und Mineralstoffen ist auch jede Menge Eiweiß. Zudem haben die Schoten viel Vitamin C und B-Vitamine. Da der Zuckeranteil der frischen Schoten sehr hoch ist, mag sie eigentlich fast jeder.

Anbau
Die Samen werden direkt an Ort und Stelle ins Beet gesetzt. Zuckerschoten können schon recht früh, Ende März oder Anfang April, ausgesät werden. Dafür wird ein Beet aufgelockert und Reihen gezogen, ca. 2-3 cm tief. Der Abstand der Reihen sollte 20 bis 25 cm betragen. Ich säe maximal 2 Reihen auf einem Beet, mehr nicht. Dies erleichtert das Pflücken. Die Samenkörner werden aller 5-7 cm in die Reihe gelegt und mit Erde leicht angedrückt. Erbsensamen sind eine Leckerei für viele Vögel, vor allem Tauben. Daher kann die Saat zum Schutz abgedeckt werden. Zuckerschoten keimen sehr schnell. Innerhalb von 14 Tagen können die ersten kleinen Keimspitzen gesichtet werden. Nicht aufgegangene oder abgefressene Saat kann dann noch einmal nachgesät werden. Spätestens wenn die kleinen Pflanzen 15 cm hoch sind, benötigen Sie eine Rankhilfe. Bei mir sind dies verzweigte Äste, die ich zwischen die Pflanzen stecke. Die „Zacken“ sollten einen Meter hoch sein und daumendick, so dass die Pflanzen daran hochklettern können. Je nach Sorte und Bodenbeschaffenheit werden Zuckerschotenpflanzen bis 80 cm hoch.

Zuckerschoten

Theoretisch können Zuckererbsen das ganze Jahr über ausgesät werden. Ich baue sie hauptsächlich im Frühjahr an. Im Sommer ist meistens der Platz in meinem Garten rar. Im Herbst bekommen die Zuckerschotenpflanzen oft Mehltau. Zudem sind die Schoten eine gute Vorkultur. Sie lockern den Boden auf und reichern ihn mit Stickstoff an.

Verwendung
Zuckerschoten können frisch, als kleiner Snack genossen werden. Die jungen Schoten werden samt Hülle gegessen. Bei den älteren, dicken Schoten verwende ich nur die Erbsen. Zuckerschoten eigenen sich in der Küche als Beilage zubereitet, ähnlich wie Erbsen oder als Einlage in Eintöpfen oder zu asiatischen Gerichten. Wer zuviel Zuckerschoten erntet, kann diese blanchiert einfrieren.