Petersilie – jetzt aussäen

Eines meiner liebsten Kräuter ist die Blattpetersilie. Sie wächst auf meinem Acker recht üppig. Der Anbau benötigt allerdings etwas Wissen und viel Geduld. Alles was ich weiß, kann ich weitergeben, die Geduld müsst Ihr selbst aufbringen.

Die erste Aussaat der Blattpetersilie nehme ich bereits im März-April vor. Eine Kälteperiode unterstützt das Keimen, so hatte ich es irgendwo gelesen. Tatsächlich ist es mir besser gelungen als im Mai – Juni, wenn alles wächst, insbesondere das Unkraut. Unterdessen ernte ich reichlich Petersilie und kann die ersten Portionen einfrieren.

Petersilie benötigt sehr lange zum Keimen. Es dauert unter Umständen vier Wochen, ehe die ersten winzigen Blättchen zu sehen sind. Das Würzkraut verlangt humosen, durchlässigen Boden. Dieser sollte über die Keimzeit feucht, aber nicht zu nass gehalten werden. Ein halbschattiger Standort ist ideal.

Aussaat

Im Juli herrschen ebenfalls gute Bedingungen für eine zweite Aussaat der Petersilie. Sie sollte nicht an der gleichen Stelle ausgesät werden, auch nicht auf Beeten, wo vorher Doldenblütler wuchsen (zum Beispiel Fenchel, Möhren, Dill). Sinnvoll ist es, die Samen ein paar Stunden in lauwarmen Wasser einzuweichen. Dann verringert sich die Keimzeit ein wenig. Ebenso kann mit einer Markiersaat die Stelle der Aussaat gekennzeichnet werden. Dies erleichtert das Unkrautjäten. Mir passierte es oft, dass ich Wochen später etwas ganz anderes säe und plötzlich Petersilie dazwischen auftaucht. Als Markiersaat eignen sich Sommerradieschen, diese wachsen schnell und können geerntet werden, wenn die Petersilie aufgegangen ist.

Petersilie ist ein Dunkelkeimer und wird in Reihen ausgesät. Danach die Reihen leicht mit Erde andrücken und feucht halten. Sollte die Petersilie nach dem Auflaufen zu dicht stehen, können einzelne Pflänzchen vorsichtig verzogen werden. Im Sommer ausgesäte Petersilie wächst bis in den Winter hinein und kann sogar im Frühling neu austreiben.

Verwendung

Petersilie ist sehr Vitamin C-reich und sollte solange wie möglich frisch als Würzkraut verwendet werden. Sie eignet sich als Zugabe in Salaten, Suppen, Soßen und Dipps sowie im Kräuterquark. Generell wird sie Speisen erst zugefügt, wenn diese nicht mehr kochen. Wenn viel Petersilie im Garten wächst, ist es Zeit sie küchenfertig für den Winter einzufrieren. Dazu wird sie gehackt und in Dosen eingefroren. Das Trocknen der Petersilie lohnt sich nicht, dabei gehen viele Aromastoffe und die Würzkraft verloren.

Vermehrung

Im zweiten Jahr blüht die Petersilie. Danach können die Dolden getrocknet und der Samen geerntet werden. Die Samen selbst sind giftig und sollten nur als neue Saat Verwendung finden.

Schmorgurken

Hochwald, Spreewald

Hausrezept aus dem Spreewald

Meine Oma und meine Mutter mach(t)en die besten Schmorgurken überhaupt. Seit einigen Jahren gibt es auch bei mir zuhause regelmäßig Schmorgurken. Und zwar dann, wenn die Gurken zu schnell und zu groß wachsen. Also genau jetzt. Meine Kinder lieben das leichte Gericht, welches wir mit neuen Kartoffeln essen. Im Spreewald werden mancher Orts zusätzlich Speckwürfel verwendet. Wir kommen ohne aus. Ich bereite immer einen großen Topf Schmorgurken zu. Sie schmecken mit jedem Mal aufwärmen besser.

2-3 große dicke Gurken
1 Zwiebel
Tomaten (nach Bedarf)
Gemüsebrühe oder Wasser
Zucker, Essig, Salz
1-2 Lorbeerblätter und Pfefferkörner
1-2 Esslöffel Mehl
Dill

Die Gurken schälen und entkernen, danach in mundgerechte Stücke schneiden. Die kleingewürfelte Zwiebel in Öl oder Butter anbraten und die Gurkenstücke hinzugeben. Ich verwende zusätzlich gern Tomaten. Alles zusammen glasig andünsten und anschließend mit dem Mehl bestäuben. Wasser oder Brühe zugießen und rühren bis eine leichte Soße entsteht. Gewürze zugeben und kurz aufkochen lassen. Mit Essig, Zucker und Salz abschmecken. Dill kleinschneiden und zu den Gurken geben. Wir mögen die Schmorgurken am liebsten süß-sauer.

Rote-Bete Puffbohnen Salat

Viele neue Dinge entstehen durch Improvisation, so auch in meiner Küche. Im Kühlschrank lagen frische Rote-Bete-Knollen und Puffbohnen. Für einen Puffbohnensalat fehlte mir die Petersilie, für einen Rote-Bete Salat die Zwiebel. Auf Rohkost hatte ich dieses Mal keine Lust. Also Töpfe raus und los geht es.
Nachfolgend findet Ihr ein eher ungewöhnliches Rezept, welches mit Sicherheit für staunende Blicke sorgt.

Ihr benötigt:

3-4 Rote Bete Knollen
2 Hände voll Puffbohnen (alternativ eine Dose Dicke Bohnen)
Kürbis- und Sonnenblumenkerne (Walnüsse würden auch prima passen)
Apfelessig
Öl, Salz, Pfeffer

Die Rote-Bete Knollen im Ganzen ca. 30-45 Minuten kochen und etwas abkühlen lassen. Die Bohnen separat kochen. Frische Puffbohnen werden schnell gar. Die Rote-Bete schälen und in kleine Stücke schneiden. Die Puffbohnen dazu geben. Mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer marinieren. In einer Pfanne Kürbis- und Sonnenblumenkerne anrösten und über den Salat geben. Nachdem der Salat durchgezogen ist, nochmals abschmecken.

Mein Rote-Bete Salat

Das ist mein Klassiker. Diesen Salat lieben alle.

Rote Bete
Zwiebel(n)
Essig, ÖL, Salz und Pfeffer

Knollen im Ganzen ca. 30-45 Minuten garkochen und etwas abkühlen lassen. Zwiebel(n) kleinschneiden und in eine Schüssel geben. Die Rote-Bete schälen und würfeln. 2-3 Esslöffel Öl, guten Essig, Salz und Pfeffer zu geben und kräftig durchmischen. Der Salat ist fertig durchgezogen, wenn sich die Zwiebeln rot gefärbt haben. Walnüsse können diesen Salat noch aufwerten.

Rote Bete Rohkost

Die Rote Bete waschen und nach Bedarf schälen. Anschließend werden sie geraspelt und mit Salz, Pfeffer und Essig oder Zitrone sowie einem guten Öl gewürzt. Die Rohkost kann mit geriebenen Äpfeln, geraspelten Möhren oder Kohlrabi ergänzt werden. Ich gebe gerne frische Petersilie zur Rohkost.

Mein Puffbohnen Salat

Dieser Salat macht schnell satt. Wir mögen ihn leicht süß-sauer.

Puffbohnen
reichlich glatte Petersilie
Essig, Öl, Salz und ein wenig Zucker

Puffbohnen gar kochen, gern mit ein wenig Bohnenkraut. Abkühlen lassen und reichlich gehackte Petersilie unterheben. Ein neutrales Öl, guter Essig, Salz und ein wenig Zucker untermischen und ein bis zwei Stunden ziehen lassen.

Ich verschwinde im Unterholz…

Ende Juni ist es meistens soweit: Mein Garten gleicht einem Urwald. An manchen Stellen gibt es kein Durchkommen mehr. Feuchtwarmes Wetter begünstigt das Wachstum von Gemüse und Unkraut gleichermaßen. Wege verschwinden. Die großen Gemüsepflanzen wie Kohl, Mais und Zucchini demonstrieren ihre Macht. Es blüht überall. Ringelblumen, Rosen, viele alte Bauernblumen, Zinnien und Bienenblumen recken ihre Köpfe in den Himmel. In den Boretsch-„Büschen“ summt es, wie in einem Bienenstock. Willkommen Sommer, willkommen Biotop.

Blaue Kapuziner Erbsen

Jetzt schnell machen: Das Unkraut, auch liebevoll Beikraut genannt, muss weg. Die ersten Erbsen werden geerntet, die Puffbohnen hätten schon letzte Woche in der Tiefkühltruhe landen können. Der Frühlingssalat hat ausgedient. Einige Pflanzen stehen schon in Blüte. Blühen dürfen sie, ihre Samen überall verteilen eher nicht. Die Tomatenpflanzen wachsen so hoch, dass Sie festgebunden werden müssen. Wir können uns jetzt in die Augen schauen. 😉 Zudem gibt es überall neue Triebe. Eigentlich freue ich mich über üppiges Wachstum aber an diesen Stellen sollten überzählige Triebe entfernt werden. Ebenso bei den Gurkenpflanzen im Folienzelt. Keine will klettern. Alle Seitentriebe wachsen kreuz und quer durchs Zelt. Ordnung muss sein, wir sind ja hier nicht am Amazonas. Auch wenn das feuchtwarme Klima im Zelt stark daran erinnert. Neue Rankhilfen werden angebracht, weitere Triebe entfernt.

Ich brauche neuen Platz: Gemüse wird geerntet, erste Beete geräumt. Grusel überfällt mich. Ist es schon soweit? Das erste abgeerntete Beet liegt zu meinen schwarzen Ackerfüßen. Ja, die erste Hälfte der Saison ist vorüber. Es ist Zeit an den Herbst zu denken. Jedenfalls im Hinblick auf die Samenkisten. Alles was im Spätsommer und Herbst geerntet werden kann, muss jetzt ausgesät werden. Die zweite Runde für Bohnen und Erbsen ist dran. Alle Kohlsorten für den Herbst werden ausgesät: Kohlrabi, Grünkohl, Rosenkohl und Chinakohl. Für Wintersalate, späte Möhren und Rote Rüben werden neue Reihen angelegt.

Wow, geschafft! Ein Wochenende geht zu Ende. Ich blicke auf einen wunderschönen Garten und einen vollen Erntekorb für die Woche.
Wahnsinn: Ich bin Initiator, Fließbandarbeiter, Nutzer und Genießer in einer Person. Nun verlasse ich die Bühne und komme nach fünf langen Arbeitstagen wieder. Ich bin gespannt welche Überraschungen dann auf mich warten.