Mein Garten im Juni

Grüne Oase

Damit es so gepflegt aussieht, muss ich mich ganz schön ranhalten. Bin ich hinten fertig, kann ich vorn wieder anfangen. 😄 Gut das mir das nichts ausmacht. Hier seht ihr Buschbohnen, ein Blumenbeet mit Zinnien und Cosmea, dahinter kommen verschiedene Kohlsorten. Im Hintergrund stehen Sonnenblumen und hinten angrenzend wachsen die Kartoffeln.

Die sommerlichen Temperaturen bedingen eine regelmäßige Bewässerung. Am zeitsparendsten sind Gartensprenger, die nach getaner Arbeit zum Einsatz kommen. Der Nachteil besteht darin, dass es überall gleichfeucht ist und das Bei(Un)kraut sich überall munter entfalten kann. Also nicht nur auf den Beeten sondern auch auf den Wegen, an den Beet-Rändern und besonders dort, wo neue Pflanzen ausgesät werden. Dabei ist das Bei(Un)kraut besonders schnell und zeigt sich rasch in seiner vollständigen Herrlichkeit. Bei mir hat alles seine Daseinsberechtigung. Ich ärgere mich zwar auch hin und wieder über die Masse an Grün, welches da unkontrolliert wächst. Allerdings sehe ich auch, dass es viele Tiere gibt, die davon profitieren. Unzählige Käfer, Spinnen und andere Krabbeltiere, Regenwürmer, Mäuse und Kröten fühlen sich hier wohl.

Ich bin dazu übergegangen viele Nutz-Pflanzen nach dem Abernten weiter wachsen zu lassen. Zumindest bis zur Blüte. Die Schmetterlinge, Hummeln und Bienen sowie Wildbienen freut es.

Hier seht Ihr meinen Dill, der gerade alles in den Schatten stellt. Der Dill sät sich jedes Jahr neu aus. In diesem Jahr wächst er besonders üppig. Ich verwende die Dillblätter für Salate, Soßen und Marinaden. Meist lege ich mir einen großen Vorrat im Tiefkühlschrank an.

 

Unser altes Folienzelt und die Gurkenpflanzen

Das jähe Warten hat ein Ende wenn die Temperaturen steigen und die Natur geradezu explodiert. Kaum blühen die Forsythien, blühen auch schon die ersten Obststräucher, blühen die wilden Pflaumen und später die Steinobstbäume im Garten. Die Birnbäume reihen sich ein und schon sind die Apfelbäume dran. Jetzt, wo alles grünt und blüht, wird die Arbeit im Garten plötzlich unüberschaubar. Hier und dort wächst bereits das (Un)kraut. Die Samen müssen in die Erde, Pflanzen wollen vorgezogen werden (sein). Alles scheint auf einmal wichtig und es ist wahnsinnig schwer eine Prioritätenliste zu erstellen. Ja genau, Prioritäten sind zumindest für die „Moonshinefarmer“, die „Wochenendgärtner“ ziemlich wichtig. Sonst kann der liebgewonnene Garten schnell zur Belastung werden. Jeder sollte sich überlegen: Was ist mir wichtig? Wie viel Zeit und Energie möchte ich einbringen? Was kann ich ernten und verarbeiten? Anhand dieser Fragen sollte ein grober Plan erstellt werden.

Ich stelle mir immer wieder diese Fragen und optimiere meine Arbeitseinsätze so gut es geht. Keiner sollte im Garten sein eigener Sklave werden. Ich bestelle meinen Garten weil es mir Spaß macht. Ich habe Freude daran, etwas zu kreieren und zu planen. Dabei erhole ich mich vom Arbeitsalltag und finde meinen Ausgleich. Zudem vertiefe ich meine Erfahrungen und gebe sie gerne weiter. Ich möchte das Wissen, was ich von älteren Generationen gelernt habe neu entdecken und weiterführen. Nebenbei produziere ich für eine 4-köpfige Familie, Verwandte und Freunde jede Menge Gemüse und Obst in Bioqualität.

Und aus diesen ganzen Zielen heraus stellten wir auch in diesem Jahr wieder das alte Folienzelt auf. Es besteht aus 5 Metallbügeln, einer selbstgebauten Tür, Holzleisten, Nägeln und einer alten Folie. Viele Jahre mussten wir das Aufstellen erlernen. Von der Vorbereitung bis zu den einzelnen Handgriffen und Tricks wurde uns der Aufbau geduldig beigebracht. Abweichungen in der Vorgehensweise waren strengstens verboten. Jetzt, da wir dieses Zelt schon viele Jahre allein aufbauen, folgen wir immer noch diesen Regeln. Aber warum? Warum kaufen wir uns nicht einfach ein neues, modernes Zelt? Wie wäre es mit einem Gewächshaus? Brauchen wir wirklich so ein Zelt?

Ich kaufte vor 5 Jahren mein erstes Tomatenzelt. Es hielt nicht lang. Ich kaufte ein großes Tomatenzelt und es hält wahrscheinlich auch nicht länger als 3-4 Jahre. Die starke Sonneneinstrahlung, die Stürme und Unwetter der letzten Jahre setzen den neuen Materialien sehr zu. Zudem lassen sich die neuen Zelte nicht richtig schließen. Sie sind nicht so frostsicher wie unser altes Folienzelt. Auch hält das alte Folienzelt jedem Unwetter stand. Generation um Generation hat sich mit dem Aufbau dieser Art Folienzelte beschäftigt und sie optimiert. Das Bewährte wurde weiterentwickelt und weitergegeben. Es ist eine Art Familientradition. Aktuell kenne ich nichts Besseres um meine Gurkenpflanzen optimal wachsen zu lassen.

 

Schlangengurken pflanzen

Im Abstand von knapp einem Meter wird ein Loch von ca. 30x30x30cm ausgehoben. Hinein kommt Mist oder guter Kompost. Dieser wird anschließend mit Erde gemischt. Jede Gurkenpflanze bekommt einen Stab und einen Tontopf. Der Tontopf dient der Bewässerung. Da ich als „Moonshinefarmer“ nicht täglich im Garten sein kann, habe ich ein System entwickelt, mit dem meine Pflanzen mindestens 3 Tage allein bleiben können. Der Tontopf kommt direkt neben den Wurzelballen und wird ebenerdig miteingegraben. Rings um die Pflanze kommt eine Gießmulde (Ein Ring aus Erde), damit das Gießwasser nicht weglaufen kann. Gegossen wird in den Topf. Die Pflanzen werden so lange gegossen, bis der Topf voll Wasser bleibt. Erst dann ist die Erde rings herum ausreichend nass und bleibt es dann auch entsprechend lang. Später, wenn die Pflanzen groß sind und sich auch auf der Erde ranken, weiß ich anhand der Töpfe, wo die Pflanzen gegossen werden müssen. Gurken werden immer mit leicht erwärmten Wasser gegossen, nie mit kaltem, welches beispielsweise aus einem tiefen Brunnen oder der Wasserleitung kommt.

Rankhilfe

Ist die Pflanze über einen Meter hoch, wird der Haupttrieb abgeknipst. Dies fördert die Bildung der Seitentriebe. Spätestens jetzt sollte der Pflanze eine Rankhilfe angeboten werden. Ob die Gurkenpflanzen dann tatsächlich hochranken oder lieber auf der Erde weiterwachsen wollen, entscheidet scheinbar jede Pflanze für sich.

Lüften

Mein Folienzelt bleibt die meiste Zeit lang zu. Wenn es sehr heiß ist, sollte gelüftet werden. Dann ist es wichtig die Pflanzen regelmäßigzu gießen. Wenn ich bei sehr heißem Wetter das Zelt nicht lüften kann, können hochrankende Pflanzenteile verbrennen. Allerdings erholen sich die Pflanzen anschließend. Meist bleiben die Triebe auf dem Boden verschont und treiben entsprechend neu aus.

Rezepte

Spreewälder Gurkensalat
Schmorgurken

 

Rhabarber, starke Gemüsestaude

Was wäre ein Frühling ohne Rhabarberkuchen oder Rhabarberkompott? Die fruchtig sauren Stangen wachsen in meinem Garten leider nicht so üppig, wie ich es aus meiner Kindheit gewöhnt war. Dennoch hege und pflege ich meine Stauden. Wähle neue Standorte für Ableger und freue mich Jahr für Jahr über meine Rhabarber-Ernte.

Die Rhabarberstaude ist ein Stielgemüse und kommt aus Asien, genauer aus China. Die Stauden sind sehr winterhart und können 10 Jahre am gleichen Standort bleiben. Bei guter Pflege werden die Stauden von Jahr zu Jahr größer.

Anbau

Der Rhabarber wird durch Teilung vermehrt. Junge Pflanzen gibt es in Töpfen zu kaufen oder werden von einer alten Rhabarberstaude abgestochen. Dazu wird vom alten Wurzelballen ein etwa faustgroßes Stück mit Blattknospen im Herbst oder zeitigem Frühjahr abgestochen.

Die ideale Pflanzzeit ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr. Im Topf gekaufte Pflanzen können jederzeit gepflanzt werden. Für jede Pflanze wird ein Platz von ca. 1 Quadratmeter benötigt. Die roten lieblicheren Sorten sind eher kleiner, grüne sauere Sorten benötigen noch mehr Platz. Rhabarber mag es sonnig, gibt sich allerdings auch mit einem halbschattigen Plätzchen zufrieden.

Der Boden sollte tiefgründig gelockert werden. Rhabarber benötigt als Starkzehrer entweder Stallmist oder guten verrotteten Kompost. Der Wurzelstock wird so tief gepflanzt, dass die Blattknospen aus dem Boden schauen. Zum Abschluss wird nochmals eine gute Gabe Komposterde um die Pflanze verteilt. Es bietet sich an, den vorgesehen Platz der Rhabarberstaude mit Mulchmaterial abzudecken, damit die Erde nicht austrocknet. Rhabarber benötigt viel Feuchtigkeit, vor allem in der Wachstumsphase von Mai bis Juni.

Pflege

Nach dem Pflanzen müssen sich die Stauden erst entwickeln. Das benötigt Zeit. Die erste Ernte sollte nicht vor dem zweiten Jahr erfolgen. Die Staude wächst von Jahr zu Jahr größer und liefert immer mehr Ertrag.

Damit der Ertrag sich erhöht, ist es wichtig die Staude regelmäßig zu wässern und zu düngen. Im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden auftaut, wird mit einer ordentlichen Schicht Kompost gedüngt. Alternativ kann auch rund um die Staude Stallmist eingearbeitet werden. Nach der Ernte im Juni benötigt die Pflanze ebenfalls Dünger. Hier eignet sich beispielsweise eine Brennnessel-Jauche. Auf genügend Feuchtigkeit ist während der gesamten Wachstumszeit zu achten.

Ernte

Ab dem dritten Standjahr werden große Stangen aus dem Wurzelstock gedreht bzw. gezogen. Dabei werden lediglich ein Drittel bis die Hälfte der Stangen geerntet. Die übrigen Stangen benötigt die Staude zum Wachsen. Bis Mitte Juni kann so immer wieder geerntet werden. Danach enthalten Die Stangen zu viel Oxalsäure. Zudem muss sich die Staude für das kommende Jahr erholen. Zeigen sich Blütenknospen werden diese entfernt.

Verwendung

Vom Rhabarber werden nur die Stangen verwendet. Die Blätter des Rhabarbers enthalten zu viel Oxalsäure und dürfen nicht verzehrt werden. Die Rhabarberstangen weisen weniger Oxalsäure auf. Je später im Sommer geerntet wird, desto mehr Oxalsäure wird gebildet. Aus diesem Grund wird Rhabarber nie roh gegessen. Blanchieren Sie die kleingeschnittenen Rhabarber-Stangen vor der Verwendung, so geht die Oxalsäure ins Wasser über. Auch wird empfohlen Rhabarber mit Milchprodukten zu kombinieren, was die Wirkung der Oxalsäure vermindern soll.

Ich verwende Rhabarber vor allem für Kuchen und Kompott. Ebenso lässt sich ein leckerer Sirup aus Rhabarber herstellen. In Maßen genossen, ist der Rhabarber ein Vitamin- und Mineralienspender. Er liefert neben Vitamin C auch jede Menge Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Rhabarber wird gesundheitlich genutzt um Darm, Leber und Galle zu reinigen.

Rezepte

Rhabarber-Buttermilchkuchen
Rhabarberkuchen de luxe

 

Üppige Dahlien

Was wäre ein Garten ohne Blumen? Trostlos – endlos gesund und schlicht einfarbig grün. Auch wenn Gemüse und Kräuter sehr schöne filigrane, farbenfrohe und unscheinbare Blüten zeigen, dürfen in meinem Garten große, üppige Farbtupfer nicht fehlen.
Direkt auf meinem Acker wachsen daher Sommer für Sommer Bauernblumen wie Studenten- und Ringelblumen, Zinnien viele Kosmen und seit ein paar Jahren mehr und mehr Dahlien.

Es gibt tausende von Dahliensorten, die in viele Dahlienarten untergliedert werden. Ich mag vor allem die schlichteren Einfachblühenden- und Halskrausen-Dahlien. Daneben gibt es in meinem Garten auch sehr schöne Seerosen- und Kaktus-Dahlien. Dahlien stammen aus Mittelamerika, genauer von den Hochebenen Mexikos und Guatemalas. Sie vertragen keinen Frost und müssen daher frostfrei überwintert werden. Aber der Aufwand lohnt sich. Nicht nur, dass die Pflanzen von Jahr zu Jahr kräftig an Größe und Umfang zunehmen. Sie können dadurch auch sehr einfach vermehrt und mit Gartennachbarn getauscht werden.

Pflanzung

Ende April bis Anfang Mai können die Knollen in die vorbereiteten Pflanzlöcher ausgepflanzt werden. Dahlien benötigen einen humusreichen, gut durchlässigen Boden. Wenn Dahlien in Kübeln gepflanzt werden sollen, so empfiehlt es sich, einen großen Kübel zu wählen und für eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu achten. Dahlien stehen gern warm und sonnig. Sie sollten mäßig feucht gehalten werden.
Auf meinem Acker wachsen die Dahlien unterdessen sehr breit und hoch. Ich wähle für meine großen Pflanzen einen Pflanzabstand von fast einem Meter. Kleinere, jüngere Wurzelknollen benötigen einen geringeren Abstand von ca. 50 cm. Dahlien können je nach Art bis zu 1,30 m hoch werden. Sie müssen im Laufe des Sommers an Pflanzstäben angebunden werden, damit sie bei Wind und Wetter nicht abbrechen.
Das Pflanzloch wird etwas größer ausgehoben als der Wurzelballen groß ist. Bei magerem Boden empfiehlt es sich eine gute Portion Kompost in das Pflanzloch zu geben. Der Wurzelballen oder die gekauften Knollen sollten ca. 5 cm mit Erde bedeckt werden. Wenn es aus dem Vorjahr abgeschnittene Triebe gibt, ragen diese bei der Pflanzung leicht aus der Erde. Anschließend werden die Dahlienknollen gut angegossen. Nach dem ersten Austrieb, der ca. 1-2 Wochen auf sich warten lassen kann, wird der Boden mit einer Mulch-Schicht aus Rasenschnitt und anderem Grün abgedeckt. Das verhindert das Austrocknen und unterdrückt das Untkraut.

Krankheiten und Schädlinge

Dahlien sind anfällig für den Echten Mehltau, Blattfleckenkrankheiten und Grauschimmel. Wenn die Pflanzen einen ausreichenden Pflanzabstand erhalten, sonnig und warm stehen, kann dem vorgebeugt werden. Auch hilft eine Mischpflanzung im Garten. Geeignete Beet-Nachbarn sind Zinnien und Kosmen, da diese ähnlich hoch wachsen und zudem filigraner aussehen als die wuchtigen Dahlien.
Nacktschnecken und Wühlmäuse können ebenfalls zum Problem werden. Wer diese Schädlinge im Garten hat, sollte sich frühzeitig um einen Schutz bemühen.

Überwintern

Ab Juni blühen die Dahlien immerzu. Verwelkte Blüten sollten über dem zuletzt entwickelten Blattpaar abgeschnitten werden. Dies fördert eine schnelle Blütenneubildung.
Nach dem ersten Frost ist die schöne Blütenpracht meist vorbei. Dann können die Pflanzen 10 cm über dem Boden abgeschnitten werden. Die Wurzelballen werden vorsichtig aus dem Boden gegraben. Dabei ist es wichtig die Knollen nicht zu beschädigen. Ich verwende zum Einlagern große Holzkisten, die ich vorher beschrifte. Anschließend schüttle ich die lockere Erde leicht von den Wurzeln und lege sie in die passende Kiste. Zum Überwintern kommen unsere Dahlien in den Kartoffelkeller. Wichtig ist, dass die Wurzeln frostfrei aber kühl und nicht zu feucht lagern. Wessen Keller zu trocken ist, sollte ein wenig feuchten Sand über die Wurzeln geben und diese öfter kontrollieren. Ein Austrieb im zeitigen Frühjahr ist unproblematisch.

Vermehrung

Bevor meine Dahlien im Frühjahr wieder in die Erde dürfen, werden diese auf faulige, trockene Knollen untersucht. Große Wurzelballen teile ich mit einem Spaten, kleinere können mit einem Messer getrennt werden. Dabei ist es wichtig, dass der abgetrennte Teil mindestens einen alten Austrieb hat. Am Ende bleiben immer einzelne abgefallene Knollen in den Kisten übrig. Diese dürfen bei mir auch in die Erde, manche werden zu kleinen Pflanzen, andere nicht.

 

Rote Bete – Rote Rüben

Die gesunden, roten Knollen sind nahezu überall erhältlich. Das liegt daran, dass die Rote Bete fast immer Saison haben. Rote Rüben können in den Wintermonaten gut eingelagert werden. Ab dem späten Frühjahr werden bereits die ersten frischen Rüben geerntet. Rote Bete sind reich an vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Sie helfen den Körper zu reinigen, senken den Blutdruck und sind damit gut für das Herz und die Blutgefäße. Zudem schmecken die kleinen Vitaminbomben einfach lecker, bringen ordentlich Farbe auf den Teller und sollten daher in keinem Garten fehlen.

Anbau

Ab April kann mit der ersten Aussaat direkt ins Beet begonnen werden. Die Rote Bete hat keine besonderen Ansprüche. Sie kommt mit jedem guten Boden aus und kann sonnig wie halbschattig gedeihen. Als Mittelzehrer eignet sie sich auch zur Zwischen- oder Nachkultur. Die recht großen Samenkörner kommen in der Reihe ca. alle 5 cm, 2 cm tief in die Erde. Der Reihenabstand sollte 20-25 cm betragen. Die Saat geht recht zügig auf. Zu dicht stehende Pflanzen können vereinzelt werden. Ich warte jedoch ab und ziehe nach Bedarf größere Knollen aus der Erde, damit die Übrigen wieder neuen Platz zum Wachsen haben. Eine Mulchschicht um die Pflanzen ist zu empfehlen, damit die Pflanzen feucht bleiben. Die Pflanzen benötigen regelmäßig Wasser, sonst werden die Rüben holzig.

Verwendung

Bereits während des Wachstums können kleine Blättchen den Salat ergänzen. Die Blätter der Roten Bete übertreffen den Vitamingehalt der Rüben um ein Vielfaches. Es gibt länglich wachsende und runde Rüben. Ich verwende beide Sorten gern. Kleine zarte Knollen können roh gegessen werden. Dazu müssen sie nicht einmal geschält werden. Rohe Rüben werden aufgeschnitten, geraspelt oder als Saft verwendet. Größere und später eingelagerte Rüben verwende ich hauptsächlich gegart. Es spricht allerdings nichts dagegen diese roh zuzubereiten. Gegarte Rote Bete eignet sich als Gemüsebeilage, gebacken aus dem Ofen oder als Salat. Dazu wird das Laub abgedreht, nicht geschnitten. Somit werden die Rüben nicht verletzt und der Saft bleibt im Inneren. Gekocht werden handgroße Rüben im Ganzen ca. eine knappe Stunde. Sie können auch im Ofen gegart werden. Die Wurzel bleibt beim Kochen an der Rübe. Das verhindert das Auslaufen des Saftes. Anschließend müssen die Rüben etwas abkühlen und können recht leicht geschält und kleingeschnitten werden. In der Regel lässt sich die Schale leicht abziehen.

Oft ist zu lesen, dass man beim Verarbeiten von Roter Bete Handschuhe tragen soll. Das mache ich nicht. Sicher werden die Hände beim Zubereiten rot. Wenn diese aber anschließend gleich gewaschen werden, geht die Farbe weitestgehend wieder ab. Zur Not hilft Zitronensaft.

Wintervorrat

Im Frühsommer ausgesäte Rote Rüben können bis zu den ersten Frösten auf den Beeten verweilen. Dazu benötigen Sie einen Abstand von mindestens 15 bis 20 cm, um ordentlich wachsen zu können. Müssen Sie dann abgeerntet werden, wird das Laub vorsichtig abgedreht. Die Rüben lagern sich am besten wie Möhren in einer Kiste mit feuchtem Sand im frostfreiem Keller. Sie können auch in einer Erdmiete überwintern.

Rezepte

Hummus aus Roter Bete
Salat aus Roter Bete

 

Wintergeister verscheuchen

Eine Auszeit nehmen, Spazieren gehen, Freunde und Familie treffen, die aufwachende Natur genießen … so stelle ich mir die Osterfeiertage vor.
Das geht leider nicht immer. All jenen, die im Familien- oder Arbeits-Stress stecken, von Fern- oder Heimweh geplagt sind oder denen Schicksalsschläge den Schlaf rauben, wünsche ich inneren Frieden. Geht raus, beobachtet die Pflanzen und Tiere, wie sie aus ihrem Winterschlaf erwachen. Voller Kraft und Schönheit erinnern sie uns an das Leben, an dass es sich zu glauben lohnt.

Es sind die kleinen Dinge die uns Kraft geben. Das morgendliche Vogelgezwitscher, die dicker werdenden Knospen an den Sträuchern und Bäumen, die Rückkehr verschiedenster Zugvögel, die Frühjahrsblüher, das zarte Grün und die wärmenden Sonnenstrahlen geben mir Kraft für Neues.

In vielen Gegenden hat das Osterfeuer Tradition. Auch bei uns im Spreewald gibt es mitunter sehr große Osterfeuer, an denen sich Jung und Alt am Ostersamstagabend treffen und gemeinsam feiern. Das Osterfeuer soll die Wintergeister verscheuchen und die Erde fruchtbar machen. Indem Altes verbrannt wird, kann Neues entstehen. In diesem Sinne freuen wir uns auf eine neue Saison, auf das Erwachen der Natur und ein friedliches Miteinander.

Wildkräuter-Butter

Langsam wird es grün. Die ersten zarten Blättchen schieben sich scheinbar mühelos durch den vorfrühlingshaften noch kalten Boden. Die Sonne lockt und das frische, wilde Grün wächst von Tag zu Tag.  Noch muss ein wenig gesucht werden, aber für Wildkräuterbutter könnte es am kommenden Wochenende schon reichen.

Giersch, Löwenzahn, Vogelmiere, Sauerampfer, Schafgarbe, rote Taubnessel und Gundermann dazu ein halbes Stück Butter oder 250g Margarine sowie ein wenig Salz mehr braucht es nicht. Die Kräuter gut durch hacken und zur zimmerwarmen Butter/Margarine geben. Etwas salzen und mit einer Gabel gut mischen. Dazu passt natürlich am besten ein frisch gebackenes Brot.

Weitere Rezepte mit Wildkräutern: Kohlrabisalat mit Wildkräutern

Vom Frühbeet zum Hügelbeet

Das Frühbeet

Am Wochenende konnten wir das warme und frühlingshafte Wetter gut nutzen, um endlich wieder im Garten zu werkeln. Wir verschnitten Bäume, Sträucher und Blumenstauden, harkten Staudenbeete aus. Der Boden aber war noch nass und kalt, in tieferen Schichten gefroren. Mein Ziel war es, wenigstens das Frühbeet aufzustellen. Dieses sollte in diesem Jahr direkt auf dem Acker stehen. Trotz Nässe konnte ich Sonntag den Anfang wagen. Das schöne Wetter ermutigte einen direkt.

Aufgschnappte Bauernregel:
„Kannst du das Acker kneten, sollst du es nicht betreten!“

Das richtige Frühlings-Workout

Es lief besser als erwartet. Die Erde war zwar nass aber bearbeitbar. Als ich eine ausreichend große Fläche glattgeharkt hatte, stellten wir das Frühbeet auf. Anschließend legte ich die ersten Beete ringsherum an. Die Erde trocknete gut ab und so entschied ich mich, die ersten Samen in die Erde zu bringen. Am Sonntag sah die Wetterlage auch noch wesentlich besser aus. Kurzum kamen die Puffbohnen auf das erste Beet. Radieschen, Salat und Spinat säte ich ins Frühbeet. Auf das zweite bereits angelegte Beet säte ich frühe Möhren, Rübstiel, Blattsalate, Rucola und steckte die ersten Zwiebelchen.

[ Link zum Beitrag: Beete anlegen]

Das Hügelbeet

Ich muss mich oft rechtfertigen, was ich alles so im Garten anstelle. Wahrscheinlich erscheint es für viele verrückt, viel zu viel und im Dorf vor allem recht exotisch. Ich aber lasse mich nicht beirren. Immerhin kann ich das ganze Jahr über Gemüse und Obst direkt aus dem Garten holen und muss es nicht im Supermarkt kaufen.
Im Herbst legte ich ein Hügelbeet an. Es soll sich im Frühjahr schneller erwärmen und damit das Wachstum der Pflanzen beschleunigen. Für mich ist dies ein Experiment. Dennoch können viele meiner Mitmenschen damit nicht viel anfangen und fragen, wer dort begraben wurde….

Damit dies endlich aufhört, wanderten auch auf das Hügelbeet die gleichen Samen wie in das Beet auf dem Acker: frühe Möhren, Radieschen, Blattsalate, und Spinat. Wenn auf dem Hügelbeet dann das Gemüse wächst, werden die ungläubigen Blicke vielleicht abebben. Aufgrund der Wetterlage, werde ich alle Aussaaten am Wochenende mit einem Vlies abdecken und hoffen.
Es sind nachts -9°C angesagt worden. Wenn die Sämlinge dies aushalten, erhalte ich den direkten Vergleich und kann später sagen, ob sich ein Hügelbeet wirklich in Sachen Schnelligkeit, auch gegenüber einem Frühbeet, auszeichnet.

Die ersten Beete

Habt Ihr Euch schon überlegt, wie Ihr anfangt? Die Harke nehmen und los? Ich fange meistens am oberen Ende meines Ackers an. Der Acker teilt sich in zwei Hälften. Eine Hälfte ist für die Kartoffeln reserviert, die andere wird zum Gemüse- und Blumengarten. Die Ackerhälften werden jedes Jahr gewechselt, damit die Kartoffeln nicht immer an der gleichen Stelle angebaut werden. Eine Dreiteilung wäre sinnvoller, aber wer die Macht der Gewohnheit kennt …

Die Beete lege ich nach und nach an. Dabei wird der im Herbst gepflügte Acker grob gerade und auf Kante geharkt. Zum Abmessen verwende ich meinen Harken-Stiel. Ein Beet sollte so breit sein, dass man von beiden Seiten bequem bis in die Mitte reichen kann. Ich merke mir eine Markierung am Stiel der Harke und zeichne diese in der Erde ab. Da die Erde so locker ist, trete ich mir meine Wege einfach nur fest. Man kann sich auch eine Schnur spannen und die Wege somit kennzeichnen. Danach wird das Beet gerade geharkt. Das erfordert etwas Übung. Ich lernte dies schon als Kind bei meinem Opa und freue mich jedes Mal wenn ein neues Beet nach altem Vorbild entstanden ist.

Was an Saatgut jetzt schon in die Erde kann, lest Ihr in meinem Beitrag:
Was im März im Garten zu tun ist – Aussaatkalender

Was im März im Garten zu tun ist – Aussaatkalender

Der Vorfrühling rückt in greifbare Nähe. Kommendes Wochenende erreichen wir erstmals Tagestemperaturen von 10 Grad Celcius. Ab 10 °C fängt das Gras wieder an zu wachsen. Das heißt, es wird dann auch sichtbar grüner und die Knospen der Sträucher dicker. Es ist dann höchste Zeit zum Verschneiden der Sträucher und Bäume.

Ich möchte mein Frühbeet in diesem Jahr, wieder direkt auf meinem Acker aufbauen. Da der Acker bisher tiefgefroren war, werde ich es am kommenden Wochenende nachholen und die ersten Samen in die Erde bringen. Wenn sich dann die Wetterlage stabilisiert und die Nächte frostfrei bleiben, können auch schon einige Beete angelegt werden.

Aussaat im Freiland

Unter Glas/Folie oder im Frühbeet kann gepflanzt werden:

  • Alle Kohlsorten
  • Lauch
  • Kopfsalat

Selbstgezogene Salat- oder Kohlrabi-Pflanzen können im Frühbeet oder im Folientunnel ausgepflanzt werden.

Stiefmütterchen und Hornveilchen sind die ersten Blumenpflanzen, die im zeitigen Frühjahr gepflanzt werden können. Nachtfrost halten diese Frühlingsblumen ebenso aus wie andere Frühjahrsblüher. Zudem können bei frostfreiem Wetter Stauden geteilt und verpflanzt werden. Ich gebe meinen Staudenbeeten im Frühjahr eine großzügige Portion Komposterde, die ich grob einarbeite. Wer will treibt seinen Rhabarber an, indem er ihn mit Stroh oder einem großen Eimer (mit Loch) abgedeckt wird. Im Kräuterbeet werden die alten und vertrockneten Pflanzenteile abgeschnitten. Die Erde wird gelockert und mit ein wenig Kompost gedüngt. Dann ist es bald soweit und der erste Schnittlauch kann pflückt werden.