Schwarze Holunderbeeren

Morgennebel steht auf den Wiesen. Es riecht schon ein wenig nach Herbst. Kraniche rufen in der Ferne. Pilze suchen oder Holunderbeeren pflücken? Die Kinder entscheiden sich für die Holunderbeeren. Schließlich gibt es dann heute noch leckeren Holundertee.

Wir suchen einen großen Korb, kleiden diesen mit altem Zeitungspapier aus und radeln los. Magisch glänzen die schwarzen Holunderbeeren an den Sträuchern. Es ist gar nicht so einfach komplett reife Dolden ausfindig zu machen. Aber die Kinder sind sehr schnell: Hier, dort und da drüben finden sie die schwarzen Beeren. Wir fahren weiter unsere Runde und bekommen tatsächlich den Korb voll. Prima gemacht.

Später zupfen wir die reifen Beeren von den Dolden. Unreife Beeren werden aussortiert. Aber wie ist das eigentlich? Sind Holunderbeeren giftig oder nicht? Tatsächlich sind die Beeren nicht für jedermann bekömmlich. Es gibt ältere und naturverbundene Menschen, die können Holunderbeeren auch roh essen. Ich rate es jedoch nicht. Die reifen Beeren enthalten zwar durchaus weniger Giftstoffe als unreife, allerdings sollte das keiner auf die Probe stellen. Schwere Magenbeschwerden und Erbrechen könnten die Folgen sein. Die Giftstoffe stecken in den Kernen und der Schale der Beeren und werden durch Erhitzen auf mindestens 80 °C unschädlich gemacht.

Holunderbeeren stärken das Immunsystem im Herbst und Winter. Sie enthalten viel Vitamin C, Kalium und Eisen sowie Vitamin B.

Jetzt im Herbst verwende ich Holunderbeeren für gemischte Säfte oder Tee. Zudem konserviere ich die Beeren indem ich Gelee und Sirup herstelle. Man kann Holunderbeeren auch einfrieren und später verarbeiten.

Im Folgenden findet Ihr meine Rezepte für

Frischen Apfel-Holunder-Tee
Holunder-Saft, Holunder-Apfel-Gelee und Holunder-Sirup

Den Holunder-Sirup verwende ich im Winter als Zugabe in Tees, Joghurt oder verdünnt in Schorlen.

Holunder-Saft

Die reifen Holunderbeeren von der Dolde zupfen und waschen. Dabei werden die unreifen oder vertrockneten Beeren aussortiert. Anschließend die Beeren mit ein wenig Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und ca. 10 Minuten sprudelnd kochen lassen. Aufpassen, Holunderbeeren neigen zum Schäumen, wenn Sie gekocht werden. Anschließend die Holunderbeeren durch ein feines Sieb streichen und den Saft auffangen. Ich gieße zum Schluss etwas Saft nochmals durch das Sieb, um alles Gute aus den Beeren zu holen. Der Saft kann dann weiter zu Sirup oder Gelee verarbeitet werden.

Holunder-Apfel-Gelee

350 ml Holunder-Saft
400 ml guter Apfelsaft
Saft von 1 Zitrone
Gelierzucker (2:1)

Holunder- und Apfel-Saft abmessen und mit dem Gelierzucker und einer Zitrone aufkochen lassen. Nach erfolgreicher Gelierprobe kann das Gelee in Gläser abgefüllt werden.

Holunder-Sirup

Der Holundersaft wird mit reichlich braunem Rohrzucker aufgekocht. Zitronensaft verfeinert den Geschmack. Auf einen Liter Holundersaft, rechne ich 500g Rohrzucker und den Saft von ca. 2 Zitronen.

Frischer Apfel-Holunder-Tee

Heiß beliebt bei meiner Familie – Fruchtig und gesund in den Herbst

  • 10 Falläpfel
  • 3-4 Dolden schwarze Holunderbeeren
  • brauner Rohrzucker
  • ca. 2 Liter Wasser

Wenn ich Falläpfel für Kompott oder Kuchen zerschneide, sammle ich die Schalen und Kerngehäuse, die unversehrt sind. Es kommen wirklich nur die schlechten Stellen in den Abfall. Die guten Schalen und Kerngehäuse wasche ich noch einmal gut ab und gebe sie in einen großen Topf. Dazu kommen abgewaschene schwarze Holunderbeeren. Die reifen Beeren zupfe ich von den Stängeln. Den Topf fülle ich mit Wasser auf und gebe noch etwas braunen Rohrzucker dazu. Nach einer Kochzeit von ca. 10-15 Minuten darf der Tee noch ein Weilchen auf dem Herd ruhen. Somit lösen sich weitere Apfelbestandteile im Tee. Durch ein Sieb in eine Kanne gegossen, kann der Tee heiß oder kalt genossen werden.

Größere Mengen können heiß in Glasflaschen abgefüllt einige Tage aufbewahrt werden.