Rhabarber, starke Gemüsestaude

Was wäre ein Frühling ohne Rhabarberkuchen oder Rhabarberkompott? Die fruchtig sauren Stangen wachsen in meinem Garten leider nicht so üppig, wie ich es aus meiner Kindheit gewöhnt war. Dennoch hege und pflege ich meine Stauden. Wähle neue Standorte für Ableger und freue mich Jahr für Jahr über meine Rhabarber-Ernte.

Die Rhabarberstaude ist ein Stielgemüse und kommt aus Asien, genauer aus China. Die Stauden sind sehr winterhart und können 10 Jahre am gleichen Standort bleiben. Bei guter Pflege werden die Stauden von Jahr zu Jahr größer.

Anbau

Der Rhabarber wird durch Teilung vermehrt. Junge Pflanzen gibt es in Töpfen zu kaufen oder werden von einer alten Rhabarberstaude abgestochen. Dazu wird vom alten Wurzelballen ein etwa faustgroßes Stück mit Blattknospen im Herbst oder zeitigem Frühjahr abgestochen.

Die ideale Pflanzzeit ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr. Im Topf gekaufte Pflanzen können jederzeit gepflanzt werden. Für jede Pflanze wird ein Platz von ca. 1 Quadratmeter benötigt. Die roten lieblicheren Sorten sind eher kleiner, grüne sauere Sorten benötigen noch mehr Platz. Rhabarber mag es sonnig, gibt sich allerdings auch mit einem halbschattigen Plätzchen zufrieden.

Der Boden sollte tiefgründig gelockert werden. Rhabarber benötigt als Starkzehrer entweder Stallmist oder guten verrotteten Kompost. Der Wurzelstock wird so tief gepflanzt, dass die Blattknospen aus dem Boden schauen. Zum Abschluss wird nochmals eine gute Gabe Komposterde um die Pflanze verteilt. Es bietet sich an, den vorgesehen Platz der Rhabarberstaude mit Mulchmaterial abzudecken, damit die Erde nicht austrocknet. Rhabarber benötigt viel Feuchtigkeit, vor allem in der Wachstumsphase von Mai bis Juni.

Pflege

Nach dem Pflanzen müssen sich die Stauden erst entwickeln. Das benötigt Zeit. Die erste Ernte sollte nicht vor dem zweiten Jahr erfolgen. Die Staude wächst von Jahr zu Jahr größer und liefert immer mehr Ertrag.

Damit der Ertrag sich erhöht, ist es wichtig die Staude regelmäßig zu wässern und zu düngen. Im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden auftaut, wird mit einer ordentlichen Schicht Kompost gedüngt. Alternativ kann auch rund um die Staude Stallmist eingearbeitet werden. Nach der Ernte im Juni benötigt die Pflanze ebenfalls Dünger. Hier eignet sich beispielsweise eine Brennnessel-Jauche. Auf genügend Feuchtigkeit ist während der gesamten Wachstumszeit zu achten.

Ernte

Ab dem dritten Standjahr werden große Stangen aus dem Wurzelstock gedreht bzw. gezogen. Dabei werden lediglich ein Drittel bis die Hälfte der Stangen geerntet. Die übrigen Stangen benötigt die Staude zum Wachsen. Bis Mitte Juni kann so immer wieder geerntet werden. Danach enthalten Die Stangen zu viel Oxalsäure. Zudem muss sich die Staude für das kommende Jahr erholen. Zeigen sich Blütenknospen werden diese entfernt.

Verwendung

Vom Rhabarber werden nur die Stangen verwendet. Die Blätter des Rhabarbers enthalten zu viel Oxalsäure und dürfen nicht verzehrt werden. Die Rhabarberstangen weisen weniger Oxalsäure auf. Je später im Sommer geerntet wird, desto mehr Oxalsäure wird gebildet. Aus diesem Grund wird Rhabarber nie roh gegessen. Blanchieren Sie die kleingeschnittenen Rhabarber-Stangen vor der Verwendung, so geht die Oxalsäure ins Wasser über. Auch wird empfohlen Rhabarber mit Milchprodukten zu kombinieren, was die Wirkung der Oxalsäure vermindern soll.

Ich verwende Rhabarber vor allem für Kuchen und Kompott. Ebenso lässt sich ein leckerer Sirup aus Rhabarber herstellen. In Maßen genossen, ist der Rhabarber ein Vitamin- und Mineralienspender. Er liefert neben Vitamin C auch jede Menge Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Rhabarber wird gesundheitlich genutzt um Darm, Leber und Galle zu reinigen.

Rezepte

Rhabarber-Buttermilchkuchen
Rhabarberkuchen de luxe

 

Rhabarber-Buttermilchkuchen

4 Tassen Mehl
2 Tassen Buttermilch
2 Tassen Zucker
2 Eier
Backpulver

1kg Rhabarber
1 Becher Sahne oder ein halbes Stück Butter

Den Rhabarber putzen und kleinschneiden. Aus den obigen Zutaten einen cremigen Teig rühren und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Rhabarber-Stücke verteilen und für 20 Minuten bei 180 °C backen. Danach die Sahne mit einem Löffel auf dem heißen Kuchen verteilen. Alternativ können auch Butterflöckchen oder zerlassene Butter die Sahne ersetzen.

Für alle die es süß mögen, kann der Kuchen mit Zucker bestreut werden.

Rhabarberkuchen de luxe

Hefeteig, Vanillepudding, Rhabarber, Butterstreusel

1 kg Rhabarber
Zucker

Hefeteig
1 Würfel Hefe
250 ml Milch
500g Mehl
100g Zucker
1 Ei
100g Butter
abgeriebene Zitronenschale

Vanillepudding
Vanillepuddingpulver
2 Esslöffel Zucker
500 ml Milch

Butterstreusel
200g Butter
Mehl und Zucker zu gleichen Teilen

Zuerst wird der Rhabarber geputzt und in kleine Stücke geschnitten. Ich verwende den Rhabarber ungezuckert. Wer es süßer mag, kann den vorbereiteten Rhabarber einzuckern. Danach muss der eingezuckerte Rhabarber ein paar Stunden ziehen. Der Zuckersaft wird vor der Verwendung abgegossen.

Danach einen Hefeteig bereiten und ruhen lassen. Den gegangenen Teig auf das Backblech drücken und den Vanillepudding (kann noch warm sein) auf den Teig verteilen. Die abgetropften Rhabarberstücke auf dem Pudding verteilen.

Für die Butterstreusel die Butter zerlaufen lassen und dann immer zu gleichen Teilen Mehl und Zucker mit einer Gabel unterrühren bis die Masse streuselig wird. Die Streusel auf dem Kuchen verteilen und ab in den Ofen. Der Rhabarberkuchen benötigt ca. eine halbe Stunde bis er fertig gebacken ist. Wenn der Boden leicht braun wird, ist es soweit. Fertig!